ein|räumen      ARBEITEN IM MUSEUM                                           60 aktuelle Projekte in der Hamburger Kunsthalle

T h o m a s   H i r s c h h o r n

geb. 1957 in Bern
lebt und arbeitet in Paris

    Bernsteinzimmer, 1999/2000 Aufbau >>   Ausstellung >>
  Thomas Hirschhorn verfremdet Präsentationsweisen. Er irritiert Sichtweisen, die Überblicke garantieren, entrücken oder erhöhen. Aus Holz, Plexiglas, Plastik- und Aluminiumfolie, aus Packpapier und Klebeband baut er chaotisch anmutende, unüberschaubare Gefüge.
In der Ausstellung rekonstruiert er das legendäre Bernsteinzimmer. Friedrich Wilhelm I. hatte es 1716 dem Zaren Peter dem Großen geschenkt. Im Zweiten Weltkrieg demontierten es deutsche Besatzer aus dem Zarenschloß Zarskoje Selo in der Nähe von Petersburg und brachten es 1941 nach Königsberg zurück. Seit 1945 gilt es als verschollen.
Hirschhorn aktualisiert es eigenwillig. Er implantiert seine Vorstellung von dem Bernsteinzimmer in die Galerie des 19. Jahrhunderts. Seine Arbeit berührt den Umgang mit Beutekunst in den Museen sowie die Art und Weise, wie Kunst, die aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit geraten ist, imaginiert und erinnert werden kann.