ein|räumen      ARBEITEN IM MUSEUM                                           60 aktuelle Projekte in der Hamburger Kunsthalle

I l y a   K a b a k o v

geb. 1933 in Dnjepropetrowsk/Ukraine

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  Healing with Painting, 1996
Ilya Kabakovs Installationen sind Momente einer vielstimmigen Erzählung über die sowjetische Gesellschaft. In der Hamburger Kunsthalle hat er einen fiktiven Realraum produziert, der das Interieur eines Krankenhauses nachbildet. In zwei kleinen Zimmern stehen je Bett und Konsole sowie ein großformatiges Landschaftsbild. Über Lautsprecher erklingt Barockmusik. Ein angeschlagener Text informiert über eine Therapie, in der Nerven- und Gemütskranke durch Kunst geheilt werden. Offen bleibt, ob der sich in den Behandlungsräumen befindliche Betrachter noch auf die heilende, die gesellschaftlichen Wunden ausgleichende Funktion von Kunst vertrauen kann.
Der in der Galerie der Gegenwart installierte Raum Kabakovs, der die Grenzen zwischen Realität und Fiktionalität auslotet, ruft utopische Ideale der Kunst in Erinnerung und bricht sie zugleich im ironischen Spiel mit der vorgeblich therapeutischen Wirkung von Malerei und Musik, die den brüchigen Alltag zu überbieten scheint.