ein|räumen      ARBEITEN IM MUSEUM                                           60 aktuelle Projekte in der Hamburger Kunsthalle

P i o t r   N a t h a n

geb. 1956 in Danzig
lebt in Berlin

    Der Verfluchte Garten, 1997 Ausstellung >>
  Ein verwinkeltes Treppenhaus verbindet den Gründungsbau der Hamburger Kunsthalle [-> Architektur] von 1869 und den Erweiterungsbau von 1919. Es verknüpft zwei Stockwerke.
Diese Situation hat Piotr Nathan in der Wandarbeit vor Ort thematisiert. Er projizierte eine computerbearbeitete Aufnahme der Sternwarte von Chicago in grober Auflösung an die Stirnwand und übertrug das Motiv Pixel für Pixel mit einem schwarzen Filzstift auf die weiße Wand.
Auf die gegenüberliegende Wand porträtierte er Freunde; am Treppenabsatz werden eine Fliege und ein Auge sichtbar. In Nahsicht erscheinen die Pixel als ornamentale Muster; erst aus der Ferne betrachtet, fügen sie sich zu einem Bild. Nathan begreift sie als Übergangsfiguren, als Zeichen einer Situation, die sich verändert.
Sein Bildprogramm interpretiert das Treppenhaus als einen Ort des Sich-Veränderns, einer Übergangssituation mit ihren kunsthistorischen Anspielungshorizonten: der Verschränkung von Mikro- und Makrokosmos, von Leben und Tod.